15.08.2011
Heinrich Weber 50 Jahre beim TUS Kemel
Sichtlich überrascht zeigte sich Heinrich Weber als der Vorstand des TUS Kemel an der Haustür klingelte. In Arbeitskleidung und völlig ahnungslos erfuhr er, dass er auf Fünfzig Jahre Mitgliedschaft beim TUS Kemel zurückblicken kann. Vorsitzender Gerd Schröck überreichte eine Urkunde an den Jubilar, Tanja Waterwiese, Kassiererin des Vereins ein Weinpräsent und die stellvertretende Vorsitzende Christa Staffel überreichte der Ehefrau eine Flasche Sekt. Ehefrau Erika Weber war bereits im Vorfeld über den geplanten Besuch informiert worden. Als dies Heinrich Weber erfuhr, erklärte er spontan: „ Ich hatte mich schon gewundert, wieso Sekt im Kühlschrank parat stand“.
Das der Besuch dann länger dauerte, war keine Überraschung. Heinrich Weber erzählte von seinen Anfängen als Fußballer und seinen Aktivitäten beim TUS Kemel. Bereits 1954 spielte er Fußball in der Schülermannschaft, die damals vom TUS Kemel ausgestattet wurde. Von 1958 bis 1961 war er in der B- und A-Jugend in Bad Schwalbach aktiv. Die anwesenden Vorstandsmitglieder mussten dann doch schmunzeln, als Weber erzählte, im Alter von 16 Jahren ein Jahr in Meilingen „schwarz“ gespielt zu haben. „Damals sah man das nicht so eng, vor der Spielerpaßkontrolle ging man zur Toilette und kam danach zurück“, so Weber. Ab 1961 spielte er beim TUS Kemel, der bereits in seinem ersten Jahr Herbstmeister wurde.
„Wir spielten anfangs auf dem Kemeler Marktplatz, der als Fußballplatz entfremdet wurde. In Höhe der Mittellinie des Fußballfeldes verlief in einiger Höhe die Stromleitung nach Mappershain. Später hatten wir einen kleinen überdachten Raum, darin wurden Getränke verkauft, er diente als Umkleideraum, dort stand der Streuwagen und andere Gerätschaften. Als wir dann 1975 eine Holzbaracke für eine D-Mark kauften, war dies der blanke Luxus“ so Weber. Natürlich leistete er auch über 500 Arbeitsstunden beim Bau des heutigen Sportheims, obwohl er zu dieser Zeit sein eigenes Haus aufstockte. Es mangelte Weber aber auch sportlich nicht an Ehrgeiz, er besuchte dreimal die Sportschule in Grünberg.
Ehefrau Erika erzählte, dass sie nach der Geburt von Sohn Dirk Probleme mit der Taufe hatten, da Heini Sonntags wegen der anstehenden Punktspiele keine Zeit aufbrachte, sie mußte schon massiv drohen. Der damalige Abteilungsleiter Heinz Lang schlug vor, am Tag der Kindtaufe doch wenigstens eine Halbzeit zu spielen, hatte damit allerdings keinen Erfolg. Die drei Söhne des Jubilars spielten oder spielen übrigens noch heute beim TUS Kemel. Weber bekam die Sache in den Griff, indem er seine Frau in die Vereinsaktivitäten einband. Erika half, wie damals alle Spielerfrauen hinter der Theke und musste die Kinder zum Fußball fahren, natürlich auch zu den Auswärtsspielen.
„Heini Weber galt bei seinen Mitspielern immer als Vorbild, er war unser Libero und Spielführer“, so der Vereinschef Gerd Schröck. „ Er wurde in all den Jahren nie des Feldes verwiesen“. Heini, wie er von allen genannt wird, beendete seine aktive Laufbahn als Fußballer bei den Alten Herren des TUS im Jahre 2004. Weber war zeitweise Trainer des Vereins, 11 Jahre Jugendbetreuer und gehörte 21 Jahre dem Vorstand oder Spielausschuß an.


